Samstag, 17. Mai 2008

Reisebericht

Im Folgendem gibt es nun den Reisebericht von meinem Trip in das Northern Territory und nach Western Australia.

Gleich nach der Arbeit am Donnerstag, dem 10.4, hat mich meine Gastmutter zum Flughafen gefahren. Um 1 Uhr nachts bin ich in Darwin angekommen. Hier hat mich John, der Vater einer meiner Arbeitskolleginnen, empfangen. Nach ca. 1 Stunde ist auch Christian in Darwin angekommen und John hat uns zu unserem Hostel gefahren. Schon gleich während unserer ersten Schritte auf nordaustralischem Boden bekamen wir einen guten Eindruck von der drückenden Hitze, die auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit um einiges höher erscheint als sie eigentlich ist. Und das nachts um 2 Uhr! In der ersten Nacht bekamen wir dann gerade einmal 3-4 Stunden Schlaf. Schon um sieben Uhr am 11.4 stand John mit seinem Jeep und seinem Boot vor unserem Hostel. Es ging dann ca. 180km in südöstliche Richtung zum Corrarrabee Billabong. Nach einem Frühstücksstopp in einem Roadhouse ging es dann ein paar Kilometer auf einer dirt road entlang, auf der wir zahlreichen Kängerus und unserem ersten Krokodil begegnet sind. Den ganzen Tag haben wir dann zu dritt in Johns Boot verbracht. Wir haben ein bisschen gefischt, Krokodile (Salzwassercrocs mit 4-5m Länge) beobachtet, die Sonne genossen und John konnte uns viel über wildlife und die billabongs erzählen. Abends hat John uns wieder in Darwin abgesetzt und nach erfolgreicher Hostelsuche haben wir uns ein paar Stunden Schlaf gegönnt. Auch am nächsten morgen mussten wir um 6:30 Uhr aufstehen, da wir eine Tour zum Litchfield National Park gebucht hatten. Nach einem Stopp am Adelaide River und einem River Cruise inklusive Crocs konnten wir dann riesige Termitenhügel, die Florence Falls und zahlreichen Waterholes im Litchfield NP genießen. Unsere dritte Nacht in Darwin haben wir in unserem Zelt auf einer Grünfläche etwas außerhalb der Stadt verbracht. Auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit und er damit verbundenen schwülen Hitze war an Schlaf allerdings kaum zu denken.
Am 12.4 haben wir dann unsere erste große Bustour gemacht. Fast 12 Stunden lang ging es mit dem Greyhound Bus von Darwin über Katherine nach Kunanarra in Western Australia. Wir konnten schon hier die faszinierende Landschaft und die unglaublichen Weiten Australiens bewundern. In Kunanarra haben wir uns auf einem Campingplatz eingerichtet. Unserer Plan, am nächsten Tag unsere Tour über die Gibb River Road, die durch die Schluchtenlandschaft der Kimberleys führt, ging leider nicht auf. Da die Regenzeit gerade erst vorbei war, war noch ein Großteil der Straße überflutet. Wir haben uns stattdessen zu einer kleinen Wanderung in den Mirima National Park unternommen. Am Abend haben wir uns wieder in den Greyhound Bus gesetzt und sind nach Fitzroy Crossing gefahren. Von hier aus mussten wir die geplante Wanderung von 20km in den Geikie National Park zum Glück nicht machen. Nach den ersten 3 km hat uns freundlicherweise eine Aboriginifamilie mit genommen. Im NP sind wir ein paar Wanderwege abgelaufen und haben den Geikie Gorge bewundern dürfen. Auch auf dem Rückweg konnten wir zum Glück hitchhiken. Unsere nächste Station war dann Broome, an der Westküste Australiens gelegen. Auf Grund der 35 Grad und der Urlaubsatmosphäre in der Stadt haben wir uns entschlossen, einen Tag länger als geplant zu bleiben. Zwei volle Tage haben wir daher am Cable Beach verbracht, angeblich einer der schönsten Strände Australiens. Nach einer Marathonbusfahrt von ca. 22 Stunden sind gegen 5 Uhr morgens in Exmouth am 20.April angekommen. Auf der Fahrt konnten wir wiederum endlosen Weiten Bushlands sehen. Teilweise gab es auf beiden Seiten der Straße keinen Baum bis zum Horizont. Das Gebiet, welches wir hier durchfuhren ist die Great Sandy Desert. In Exmouth selbst war nicht wirklich viel los war und somit sind wir noch am gleichem Tag nach Coral Bay getrampt. Da wir erst abends angekommen sind, mussten wir auf den nächsten Tag warten, bis wir unsere Schnorchelsachen auspacken konnten und uns das Ningaloo Reef angucken konnten. Zwei Tage haben wir uns in Coral Bay aufgehalten und waren jeden Tag stundenlang schnorcheln. Mit einer extra zugelegten Unterwasserkamera konnten wir die zahlreichen Korallen, zig bunte Fische, Rochen und das Hightlight, eine sea turtle festhalten. Vom Strand aus musste man ca. 20m rausschwimmen und schon war man direkt über dem Riff.
Unserer nächster Stopp, nachdem wir zum Manilya Roadhouse getrampt sind, dort sieben Stunden im Nichts auf den Greyhound Bus warten mussten, war Cervantes. Hier sind wir in den Nambug NP gefahren, um uns die weltberühmten Pinnacles anzugucken. Diese Sandsteinsäulen ragen zu Tausenden aus dem Boden auf. Die restlichen knapp 350km nach Perth sind wir am nächsten Tag getrampt. Zunächst in einem großen Truck, der 20000L Diesel geladen hatte und dann in einem Fischtransporter, der Hummer im Wert von einigen Tausend Dollar an Board hatte.
Da wir in Perth für die erste Nacht keine Jugendherberge finden konnte – alles war ausgebucht – haben wir letztendlich auf dem Fußboden in dem Computerraum eines Hostels geschlafen. Am nächsten Tag haben wir uns die Innenstadt angeguckt. Perth, die isolierteste Großstadt der Welt, hat mir sehr gut gefallen. Hier leben übrigens knapp 1.4 Millionen Menschen. In gesamt Western Australia leben gerade mal 2 Millionen. Die zweite Nacht in Perth haben wir dann bei einem weiteren Gapper schlafen können. Am Nachmittag des 26.4 bin ich dann vier Stunden in östliche Richtung zurück nach Sydney geflogen.

Der Trip hat sich echt gelohnt. Auch wenn wir viele, viele Stunden im Bus verbrachten und über 4500km zurück zulegten, haben wir doch eine ganze Menge gesehen. Crocs, Billabongs, Wasserfälle, Schluchten, Strände, Bushland, etc.
Obwohl ich vorher gewarnt wurden bin, dass WA riesig groß sei, war ich jedes Mal wieder erstaunt und fasziniert von den endlosen Weiten des australischen Busches. Man muss selbst einmal durchgefahren sein, um sich die Größe vorstellen zu können.

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