Sonntag, 3. Februar 2008

Blue Mountains, New Zealand und der Rest

G´day an alle.
In den folgenden paar Zeilen werde ich mal berichten, was so alles geschehen ist, seitdem ich mich das letzte mal hier zu Wort gemeldet habe.
Ich hatte ja gesagt, dass wir am 4. Januar in die Blue Mountains fahren wollten, zum Campen. Nachdem wir allerdings mit ein paar Stunden Verspätung von James Mansons Haus losgefahren sind, konnten wir kein Ticket mehr für einen Campingplatz in dem Blue Mountains National Park kaufen. Zum Glück kennt mein Gastbruder immer Tausende von Leute und somit haben wir uns nach einem Stopp bei Dominos Pizza auf den Weg zum Haus der Eltern einer Bekannten gemacht. Hier haben wir den ganzen Abend verbracht, DVD geguckt und schließlich durften wir dort übernachten. Gleich am nächsten Morgen sind wir dann nach Katoomba gefahren. Dort haben wir erst mal einen richtigen australischen Meat-Pie gegessen und sind dann weiter zu meiner Gastfamilie gefahren, die in Katoomba ein Ferienhaus gemietet haben. Nach ein paar Stunden Guitar Hero spielen mit Manson und Phil sind wir zum Ferienhaus von Phils Eltern gefahren und haben dort DVD geguckt. Bevor es Abendbrot gab, haben wir uns noch alle ein Cricketspiel im TV angeguckt und anschließend ging es dann zur Summerschool. Diese Veranstaltung geht eine Woche lang und es kommen Jugendliche aus ganz NSW dorthin. Da es eine kirchliches Camp ist, wir auch viel gebetet und es gibt regelmäßig Bible study. Das Gute daran ist, dass man dabei auch viele neue Leute kennen lernt, einige William Clark Schüler und Lehrer waren auch dabei.
Am nächsten Morgen haben wir leider die morning session verpasst. Ups ;-) Ich bin mit meinen Gasteltern Bill und Margie nach Leura gefahren, wo wir in einem Kaffe bei strahlender Sonne gefrühstückt haben. Nach der Besichtigung der three sisters (bizarre Felsformation in den Blue Mountains) ging es wieder zurück Katoomba und nach Lunch sind wir mit Phil ins Schwimmbad gefahren. Dies mal pünktlich sind wir zur evening session gefahren und anschließend gleich wieder nach Hause. Am 7.1 ging es morgens schon ganz früh zur morning session. James und ich sind jedoch schon gleich nach morning tea wieder nach Hause gefahren und haben ein bisschen gechillt. Nach einem ausführlichen Lunch habe ich mich mit Bill und Matt auf den Weg zum Grand Canyon gemacht (ja, den gibt es hier auch). Dort sind wir über drei Stunden einen Wanderweg entlang gelaufen, haben wunderbare Aussichten genossen und sind in einem ca. 12Grad kaltem Gebirgssee schwimmen gewesen. Abends haben wir (James und ich) uns wieder mit den anderen getroffen und sind zu einem Lookout gefahren, von wo man eine klasse Aussicht hatte. Ja und am 8.1 waren wir noch mal kurz bei der morning session und dann hat Margie mich zum Flughafen gefahren. Auf geht´s nach Neuseeland!!

Leider gab es doch nicht so viel Verkehr wie erwartet, so dass ich schon um kurz nach vier am Flughafen war. Dabei sollte mein Flug erst um 7.40Uhr losgehen. Da noch nicht einmal der Schalter auf hatte, habe ich mir das erst mal auf einer Bank gemütlich gemacht. Irgendwann später ist dann auch Priska, eine Gapschülerin, aufgetaucht und nach dem Check-In ging es dann sogar mit ein bisschen Verspätung auf Richtung Christchurch. Dort sind wir, dank weitere zwei Stunden Zeitumstellung, mitten in der Nacht angekommen. Mit dem Taxi (erwies sich dank der Anzahl an gefundenen Mitfahrern als extrem günstig) sind wir zu unsere Jugendherberge gefahren. Am nächsten Morgen schließlich, habe wir uns dann mal Gedanken darüber gemacht, was man denn auf Neuseeland unbedingt gesehen haben muss. Also wurde erst mal der Lonley Planet gewälzt und wir haben uns eine Rundtour zusammen gebastelt. Den Rest des Tages haben wir dann in Christchurch verbracht. Stadtbesichtigung, Botanische Gärten, etc. Am nächsten Morgen mussten wir relativ früh aufstehen, da ein Tagesausflug auf die Banks Peninsula anstand. Mit dem Bus und nach zahlreichen Fotostopps sind wir schließlich in Akaroa angekommen. Hier haben wir auch unsere erste „Wanderung“ unternommen. Doch unserer Aufstieg in die Berge endete auf einem Privatgrundstück. Die Landschaft hingegen war echt schön. Die ganzen Fjorde, Berge, das blaue Wasser und gutes Wetter. Bevor es mit dem Bus wieder Richtung Christchurch ging, haben wir noch ein paar Stunden in der Akaroa verbracht.
Am 11.1 haben wir dann unsere Sachen gepackt und sind mit dem Bus zum Lake Tekapo gefahren. Hier haben wir auch gleich nach unserer Ankunft eine 3.5-Stunden Wanderung auf den Mt. John begonnen. Der türkisblaue See, mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund lieferte eine herrliche Aussicht. Von ganz oben konnte wir sogar den höchsten Berg Neuseeland, den Mt. Cook, bewundern. Da unsere Zeitplan ziemlich straff organisiert war, haben wir uns schon gleich am nächsten Morgen mit dem Bus nach Queenstown aufgemacht. Auf dem Weg dorthin sind wir durch zahlreiche verschiedene Landschaften Neuseelands gefahren. Von bizarren Felsformationen, schneebedeckten Bergen und weiten Steppen (Land von Rohan aus Herr der Ringe) war alle vorhanden.Die Adrenalin-Hochburg Neuseelands liegt mitten in den Bergen an einem großen See. Mir war allerdings nicht bewusst, dass es nur ca. 8100 Einwohner gibt und wurden meine Erwartungen an diese Stadt nicht ganz erfüllt. Dennoch haben wir den ganzen Tag im Stadtzentrum verbracht. Haben ein bisschen Sightseeing gemacht und unsere weitere Reise geplant. Nach der Besichtigung des ältesten Wohnhauses Queenstowns, einer alten Kirchen und eines Rugbyspiels war die Sightseeingtour jedoch schon wieder beendet und den Rest des Tages haben wir am See gechillt.
Früh am nächsten Morgen, um 6 Uhr, sind wir mit dem Bus auf der am höchsten gelegenen befestigten Straße Neuseelands zum Fox Gletscher gefahren. Dort angekommen, haben wir unser Zimmer in der Jugendherberge bezogen und haben uns dann auf zur Gletschertour gemacht. Ausgestattet mit Regenjacke, Wanderstiefeln und Schneespikes für die Schuhe, sind wir zunächst mit einer Gruppe von ca. 12 Leuten neben dem Gletscher im Regenwald gewandert. Hier konnte man noch locker T-Shirt und kurze Hose tragen, doch sobald wir auf den Gletscher gegangen sind, waren warme Sachen schon angebracht. Diese Gegebenheit, dass Regenwald und Gletscher aufeinander treffen, gibt es nur an zwei Orten auf dieser Welt (irgendwo in Südamerika und auf Neuseeland). Die Gletschertour hat echt viel Spaß gemacht und war mit Sicherheit eines der Hightlights vom gesamten Trip. Der 14. Januar stand ganz im Zeichen der Busfahrt. Über acht Stunden sind wir in einem 20-Sitzer gen Norden nach Nelson gefahren. Auf dem Weg konnten wir sogar noch einen Blick auf den Franz-Josef-Gletscher werfen. Nach einem Zwischenstopp in Greymouth sind wir schließlich abends in unserem Hostel angekommen und haben auch gleich unseren Ausflug zum Abel Tasman National Park geplant und gebucht. Anschließend haben wir noch ein bisschen Nelson erkundigt und mal wieder das typische Backpacker Essen Spagetti (da billig und einfach zu machen) gekocht.
Mit dem Bus sind wir früh am Morgen eine Stunde in Richtung National Park gefahren und sind bei strahlendem Sonnenschein in ???????? angekommen. Dort haben wir uns in ein Boot gesetzt und sind nach Bark Bay gefahren. Hier wurden wir mitten am Strand ausgesetzt und wir haben uns aufgemacht die 21km entlang der Küste nach Marahau zurück zu laufen. Wieder war die Landschaft hier einfach nur wunderschön. Auf der einen Seite das türkis blaue Meer, auf der anderen Seite Regenwald und Berge. Nach einem Erfrischungsbad im Appletree Bay sind wir mit dem Bus von Marahau wieder zurück nach Nelson gefahren. Hier haben wir noch ein bisschen die Stadt besichtigt und sind dann zum geografischen Mittelpunkt Neuseelands gelaufen.
Wieder mal mit dem Bus sind wir am 16.1 von Nelson nach Picton gefahren. Da wir noch ein ca. 2.5 Stunden auf unsere Fähre nach Wellington warten mussten, haben wir bei strahlendem Sonnenschein direkt am Hafen gefrühstückt. Die dreistündige Überfahrt war sehr entspannend. Haben oben auf dem Deck gesessen und das perfekte Wetter hat für geniale Aussichten auf die Fjordlandschaft gesorgt. Nachdem wir unser Hostel endlich gefunden hatten, haben sind wir noch ein bisschen in der Innenstadt rumgelaufen und am nächsten Tag haben wir eine richtige Stadtbesichtigung gemacht. Auf eigene Faust haben wir uns ein paar alte Kirchen angeguckt (juhuu Kultur!! ;-)), wir waren in den Botanischen Gärten, haben den Mt. Victoria erklommen, von wo aus man einen tollen Blick auf ganz Wellington hatte und waren schließlich im Te Papa Museum. Da wir heute schon um sechs Uhr Abends mit dem Nachtbus nach Turangi fahren wollten und wir ja morgens aus dem Hostel auschecken mussten, haben wir unsere Gepäck im Museum deponiert. Pünktlichst waren wir dann am Busbahnhof und auf ging immer weiter nach Norden. In Turangi sind wir schließlich um 1 Uhr Nachts angekommen, um zwei hatten wir dann in unserem Hostel eingecheckt und um fünf mussten wir wieder aufstehen da uns ein Bus abgeholt hat der uns zu einem der schönstens Wanderwege Neuseelands bringen sollte. Um 7 Uhr standen wir zusammen mit dem Schweizer Georg am Startpunkt des über 20km langen Wanderwegs, der Tongariro Crossing genannt wird. Die ersten 30 Minuten sind wir auf einer weiten Eben gelaufen und dann kam auch schon der erste richtige Anstieg. Die ganze Zeit über konnte man den Mt. Ngauruhoe, wahrscheinlich besser bekannt als der Schicksalsberg aus Herr der Ringe, bewundern. Als wir schließlich den ersten Aufstieg hinter uns gebracht haben, konnte man eine herrliche Aussicht auf den Berg selbst und auf das umliegende Land mit den schneebedeckten Bergen am Horizont genießen. Weiter ging es dann zum South Crater, wo wir beschlossen haben, zunächst einmal nicht dem Crossing zu folgen, sondern einen Abstecher zum Mt. Tongariro zu machen. Die Aussicht hier (immerhin auf 1967m Höhe) war noch mal eine Steigerung dessen, was wir schon zuvor gesehen haben. An dem Red Crater und an den Emerald Lakes vorbei (türkisblaue Bergseen und überall kommt Schwefel und heißer Wasserdampf aus der Erde), ging es nach zwei weiteren steilen Anstiegen zu den Ketetaki Huts, wo wir erst einmal eine längere Pause eingelegt haben. Der Abstieg verlief dann durch ein Regenwaldgebiet und unten angekommen wurden wir schließlich wieder mit dem Bus abgeholt und nach Turangi gebracht. Von da aus sind wir noch am selben Abend weiter nach Rotarua gefahren. Hier sind wir um gegen 19 Uhr angekommen und da wir nach der Wanderung ziemlich erschöpft waren, haben wir beschlossen, die Stadt nicht mehr zu erkunden.
Am 19. haben wir uns dann aufgemacht, die wohl am übelriechendste Stadt der Welt uns anzugucken. Aus zahlreichen Löchern in und um der Stadt steigen schwefelhaltige Gase aus dem Boden aus. Die dazugehörigen Schlammlöcher und Geysire machen Rotarua zu einem beliebten Ausflugsziel für Touristen und Einheimische. Allerdings ist mir immer noch schleierhaft, wie an bei diesem Gestank länger als eine zwei Tage überleben will. Nachdem wir uns die volle Dröhnung nahe des Sees (hier gibt es ein großes Areal, wo es meiner Meinung nach am heftigsten war) gegeben haben, sind wir zu einem kleinen Maoridorf gelaufen und von da aus wieder in die City. Die zwei Kilometer außerhalb der Stadt zu einem 20m hohen Geysir sind wir zu Fußgelaufen. Eigentlich hätte man für die Besichtigung diese Geysirs Eintritt in einen Park zahlen müssen, aber wir haben uns das Spektakel lieber von außerhalb des Zaunes angeguckt ;-).
Unser Bus über Auckland nach Paihia (Bay of Islands) fuhr am 3 Uhr nachts ab und gegen 10 Uhr Morgens sind wir bei strömenden Regen schließlich am nördlichsten Punkt unsere Route angekommen. Durch einen Mangrovenwald sind wir zu den Hururu Wasserfällen gelaufen und wieder zum Hostel zurückgekehrt. Es war echt schade, dass das Wetter ziemlich schlecht war, so dass man kaum etwas machen konnte und normalerweise soll die Bay of Islands wunderschön sein, was ich bedingt durch die Wetterlage allerdings nicht bestätigen konnte.
Am nächsten Morgen ging es dann zurück nach Auckland, auch hier hat es die ersten paar Stunden unseres Aufenthalts geregnet. Sobald wir eingecheckt haben, sind wir dann die Hauptstraße runtergelaufen, Richtung Hafen. Den Rest des Tages haben wir dann damit verbracht, die Innenstadt Aucklands zu erkunden. Auch der 22.1 stand ganz im Zeichen von Sightseeing und Besichtigung. Unter anderem sind wir auch auf den höchsten Turm der südlichen Hemisphäre gestiegen und konnten bei gutem Wetter einen Blick auf die gesamte Stadt verwerfen. Gegen vier Uhr sind wir dann mit dem Airportshuttle zum Flughafen gefahren. Über Wellington sind wir dann von Auckland nach Christchurch geflogen, wo wir gegen zehn Uhr abends angekommen sind. Nachdem wir unser Gepäck geholt haben, haben wir nach einem geeigneten Schlafplatz gesucht und sind sogar fündig geworden. Und zwar vor den Bänken in der Ankunftshalle auf dem Fußboden. Nach ein paar Stunden Schlaf sind wir um fünf Uhr aufgestanden und sind dann um 7 Uhr von Christchurch über Brisbane nach Sydney geflogen. Somit haben wir innerhalb von nicht einmal 24 Stunden fünf Flughäfen bewundern dürfen ;-). Mit dem Zug ging es für mich weiter nach Parramatta und dann mit dem Bus nach Hause.
Der 24. Januar ging dann ganz für Relaxen und Ausruhen drauf und am 25. stand das erste staff meeting auf dem Programm. Da noch keine Schulbusse fahren, konnte ich zum Glück mit einer Lehrerin mitfahren. Zahlreiche Reden wurden gehalten und alle mussten einen bisschen Erste Hilfe üben. Highlight des Tages war das Lunch Bufett. Und dann stand das lange Wochenende vor der Tür. An Samstag, dem 26. Januar, war Australia Day und gegen sieben Uhr abends sind James, Dan und ich in die Stadt gefahren. Ben hat sein Geburtstag gefeiert, direkt am Opera House und mit Blick auf die Harbour Bridge. Gegen zwei Uhr waren wir zurück bei Dan, wo wir auch übernachtet haben und Sonntag war dann auch eher zum Entspannen da. Montag gab es dann einen Public Holiday und Margie, Bill, Matt und ich sind früh morgens an den Strand gefahren. Nachdem wir ca. zwei Stunden im Wasser verbracht haben, gab es großes Picknick und was gibt es schon besseres als in Badeshorts mit einem Chickensandwich bewaffnet und bei strahlender Sonne am Strand zu sitzen? ;-) Abends stand noch ein Basketballspiel an, dass wir mit 41:46 gewinnen konnten. Dienstag ging es dann wieder in die Schule, zweiter Staff Day. Von Dienstag bis Freitag hieß es für mich hauptsächlich store rooms aufräumen, Tische und Stühle schleppen und für die Junior School neue Tische auf die richtige Größe einstellen. Gestern (2.2) war nicht besonders viel los. Ich bin mit James und Dan nach Blacktown gefahren, wo James sich ein Auto anguckt hat. Abends waren wir alle drei bei Phil, der seinen Geburtstag nachgefeiert hat.
Heute war ich wieder in der Schule. Es war aber nicht spannendes los und auch das staff meeting nach der Arbeit hat nicht gerade den groessten Entertainment-Faktor ;-) . Ich bin mal gespannt, ob ein paar neue Aufgaben für mich in diesem Term dazukommen. Die nächsten Hikes, Camps und Exkursions stehen auch schon fest ;-)
Die langen Sommerferien sind echt verdammt schnell rumgegangen. Aber ich habe ordentlich viel gesehen und die nächsten Ferien werden auch schon wieder verplant.
Viele Grüße an euch alle nach Deutschland und natürlich auch nach Rhode Island und Illinois. Bis bald. . .

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